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Wacholderheide Mengsberg


Das Projekt - was einmal war

Die Wacholderheide Mengsberg wird bereits im Landschaftsplan der Stadt Neustadt (2000) als schutzwürdiger, aber auch gefährdeter Lebensraum dargestellt. Das Projektgebiet ist ein Biotopkomplex mit Zwergstrauchheide, Borstgrasrasen, Hecken, einer mosaikartigen Verzahnung von Resten bodensaurer Magerrasen, Heideresten, Vorwaldstadien, Ruderalfluren und einem flächig versumpften Quellbereich. Zahlreiche Magerkeitszeiger lassen sich auf den bodensauren Magerrasen und Heideresten finden: Besenheide, Borstgras, Rotes Straußgras, Feld-Hainsimse. Der Quellbereich (naturnah, versumpft, Sickerquelle) weist Vorkommen von Bach-Nelkenwurz, Sumpf-Schachtelhalm, Wald-Engelwurz, Wald-Simse, Flatter-Binse und Breitblättrigem Rohrkolben auf. Insgesamt war das Gebiet bereits damals durch die Ablagerung von Garten- und Grünabfällen an den Siedlungsrändern (Eutrophierung), durch Vergreisung der Heidereste und zunehmendem Gehölzaufwuchs gefährdet. Die Heide- und Magerrasenflächen (heute gesetzlich geschützte Biotoptypen) waren von vollständiger Vernichtung bedroht.

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Die Projektumsetzung - Vorarbeiten

2014 stellte sich das Projektgebiet als verbuschte Wacholderheide mit Kiefernbeständen, Him- und Brombeere, einer Sickerquelle, tw. Feuchtgrünland sowie beweidetem bzw. gemähtem Grünland dar. Die Idee zur Regeneration des Gebietes entstand, als die Stadt Neustadt über naturschutzrechtliche Ersatzgelder aus der Errichtung von Windkraftanlagen in Kirchhain verfügen konnte. Die Agentur stellte entsprechende Antragsunterlagen zusammen, das Regierungspräsidium Gießen bewilligte diesen Antrag 2015. Noch im gleichen Jahr stellte die Agentur zusammen mit der Stadt das Projekt im Ortsbeirat von Mengsberg vor und holten dessen Zustimmung und Unterstützung bei der Umsetzung ein. Den Vortrag können Sie hier [1.790 KB] herunterladen.

Dann begannen die Arbeiten zur Realisierung des Projekts. Zunächst löste die Stadt Neustadt die auf den genutzten Flächenanteilen bestehenden Pachtverhältnisse auf. Im Herbst 2016 wurde durch die Agentur ein Interessensbekundungsverfahren für die Neuverpachtung der zu beweidenden Flächen durchgeführt und in dessen Folge ein geeigneter Pächter für die städtischen Flächen gefunden. Im Winter 2016/2017 erfolgten ersteinrichtende Maßnahmen: Entnahme der Kiefern, Schaffung eines Verbindungskorridors zwischen südlicher und nördlicher Teilfläche durch Entnahme von Windwurfholz, Mulchen ausgedehnter Brombeerbestände unter Schutz der noch verbliebenen Heidereste und der Wacholder.

Zum Vergrößern das Bild anklicken (Fotos: U. Mothes-Wagner, S. Nauss, A. Sommer)

Im Frühjahr 2017 wurde ein Festzaun gezogen, so dass das Projekt mit dem Auftrieb der Weidetiere (Rinder und Schafe) Mitte Mai im Rahmen der Neustädter Umwelttage und im Beisein von Vertretern des Umweltministeriums, der Stadt und des Landkreises 'eröffnet' wurde.

Zwei Info-Tafeln, die im August 2017 aufgestellt werden, informieren über das Projekt und seine Ziele.

Pflege des Projektgebiets und Weidemanagement

Das Projektgebiet wird zukünftig mit Rindern der alten Haustierrasse Rotes Höhenvieh und Schafen beweidet. Dabei werden die Rinder nur während der Vegetationszeit von April bis Oktober aufgetrieben, die Schafe auch im Winter. Insbesondere zum Erhalt der Besenheidebestände hat sich eine Beweidung mit Schafen in den Wintermonaten als geeignet erwiesen. In dieser Zeit verbeißen die Schafe die Heide und tragen so deren Verjüngung und Ausbreitung bei.