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Sandsteinbruch Rauschenberg


Steinbrüche entstehen im Zuge der Gewinnung von Rohstoffen. Je nach geologischen Gegebenheiten unterscheidet man z.B. Kalksteinbrüche, Diabassteinbrüche oder Sandsteinbrüche. Erfolgt der Rohstoffabbau oberhalb des Grundwasserspiegels und kann sich wegen fehlender Bodenabdichtung (z.B. durch Lehm), kein Oberflächnwasser sammeln, entwickeln sich an sonnenexponierten Stellen die unterschiedlichsten Trockenbiotope. Vor allem kleinräumige Abbaustellen besitzen eine hohe ökologische Bedeutung für gefährdete Tier- und Pflanzenarten. An den Steilwänden findet man Felsbandgesellschaften und mitunter seltene Brutvogelarten wie Wanderfalke und Uhu. Für den Turmfalken sind auch kleinere Steinbrüche geeignet. Sind in Folge des Gesteinsabbaus Mulden auf der Steinbruchsohle vorhanden, sammelt sich vorübergehend Oberflächenwasser und bietet Amphibien Laichmöglichkeiten.

Nicht mehr genutzte Entnahmestellen verbuschen jedoch zunehmend, sodass die besonders wertvollen Lebensräume der offenen Fels- und Sandfluren verloren gehen. So war es auch im Sandsteinbruch Rauschenberg, der nur noch gelegentlich als kleine Sandentnahmestelle diente. Bäume hatten sich in der Steilwand angesiedelt und auch das Vorland war bereits wieder von dichtem Gebüsch bestanden. So entschloss sich die Stadt Rauschenberg, die Steilwand freizustellen, eine Nisthilfe für den Turmfalken einzurichten und auch das Vorland weitgehend freizustellen.

Inzwischen sind mehrere Jahre seit Umsetzung der Maßnahmen vergangen und Bäume haben wieder von dem Gebiet Besitz ergriffen. Damit die Funktionsfähigkeit der Steilwand als sonnenexponierter Lebensraum erhalten wird, sind erneute Rodungsmaßnahmen erforderlich. Dies wird sich etwa alle 5-10 Jahre wiederholen.

Die Agentur Naturentwicklung betreut das kleine Projektgebiet im Rahmen der Funktions- und Wirkungskontrolle.